Cloud nutzen – Kontrolle behalten

Warum Cloud-Risiken real sind und wie Unternehmen sie beherrschbar machen

Die Cloud ist längst Teil des Alltags vieler Unternehmen. Doch zwischen Flexibilität, Kostenvorteilen und Geschwindigkeit lauern Risiken, die oft erst sichtbar werden, wenn es zu spät ist. Gutes Cloud-Risikomanagement sorgt dafür, dass Chancen genutzt werden, ohne die Kontrolle über Daten, Prozesse und Geschäftsmodelle zu verlieren.

Transparenz

Klare Sicht auf Daten, Abhängigkeiten und Verantwortlichkeiten in der Cloud.

Kontrolle

Risiken werden strukturiert bewertet statt im Tagesgeschäft verdrängt.

Handlungsfähigkeit

Entscheidungen basieren auf Fakten – nicht auf Annahmen oder Hersteller-Versprechen.

Die unterschätzte Abhängigkeit

Die Cloud verspricht viel: Skalierbarkeit, schnelle Innovation, geringere Einstiegskosten. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild.

Was wir beobachten

  • Cloud-Dienste werden eingeführt, weil sie verfügbar sind – nicht strategisch bewertet
  • Verträge werden akzeptiert, ohne sie wirklich zu verstehen
  • Verantwortlichkeiten verschwimmen zwischen Anbieter, IT und Fachbereich
  • Risiken entstehen schleichend durch Schatten-IT und fehlende Governance

Ein Beispiel aus der Praxis

Gesperrte Cloud-Konten innerhalb der EU: Unternehmen verloren zeitweise den Zugriff auf produktive Systeme – nicht durch technische Defekte, sondern durch regulatorische oder vertragliche Entscheidungen. Der Betrieb stand still, obwohl die Technik funktionierte.

Cloud-Nutzung bedeutet Abhängigkeit – von Anbietern, Vertragsmodellen, Rechtsräumen und Architekturen, die sich nicht einfach zurückdrehen lassen.

Warum Risikomanagement wichtig ist

Cloud-Risikomanagement ist kein Selbstzweck. Es geht nicht darum, Innovation auszubremsen. Im Gegenteil: Wer Risiken kennt, kann mutiger entscheiden.

Typische Gefahren ohne Risikobewertung

  • Verlust der Datenhoheit: Wo liegen Ihre Daten wirklich?
  • Vendor Lock-in: Abhängigkeit von einzelnen Anbietern
  • Unklare Haftung: Wer trägt im Schadensfall Verantwortung?
  • Compliance-Verstöße: Datenschutz- und Regulierungsanforderungen
  • Kostenexplosion: Unerwartete Skalierungseffekte
  • Eingeschränkte Reaktionsfähigkeit: Im Krisenfall fehlen Optionen

Risikomanagement schafft Ordnung

Es zwingt dazu, Fragen zu beantworten, bevor sie kritisch werden: Was passiert, wenn ein Dienst nicht mehr verfügbar ist? Welche Abhängigkeiten akzeptieren wir – und welche nicht?

Risiken erkennen und bewerten

Wirksames Cloud-Risikomanagement beginnt nicht mit Tools, sondern mit Struktur. Zentrale Fragen systematisch beleuchten:

Die wichtigsten Fragen

  • Datenlokation: Wo liegen unsere Daten?
  • Zugriffskontrolle: Wer hat technisch und organisatorisch Zugriff?
  • Rechtsrahmen: Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten?
  • Abhängigkeit: Wie abhängig sind wir vom Anbieter?
  • Exit-Strategie: Können wir den Dienst wechseln oder zurückführen?
  • Kostentransparenz: Wie transparent sind Kosten und Skalierungseffekte?
  • Notfallplanung: Wie sieht das Notfall- und Exit-Szenario aus?
  • Sicherheit: Welche Sicherheitsmechanismen greifen wirklich?
  • Verantwortung: Wer trägt im Schadensfall die Verantwortung?

Diese Fragen sind bewusst einfach formuliert – sie lassen sich von Management, IT und Fachbereichen gemeinsam beantworten.

Einfach umsetzen statt perfektionieren

Gutes Risikomanagement muss nicht kompliziert sein. Entscheidend ist ein pragmatisches Vorgehen.

1. Transparenz schaffen

Welche Cloud-Dienste sind geschäftskritisch? Welche Abhängigkeiten bestehen?

2. Risiken bewerten

Nicht jedes Risiko muss eliminiert werden – aber jedes sollte bewusst entschieden sein.

3. Maßnahmen ableiten

  • Technische Absicherungen
  • Organisatorische Regelungen
  • Vertragliche Anpassungen
  • Exit-Strategien definieren

Strukturierte Begleitung

Beratung spielt hier eine zentrale Rolle – nicht als theoretisches Konstrukt, sondern als strukturierte Begleitung vom ersten Überblick bis zur Umsetzung.

Warum wir der richtige Partner sind

Wir verstehen Cloud nicht als Technologieprojekt, sondern als unternehmerische Entscheidung.

Unser Ansatz

  • Risiken greifbar machen: Für Management, IT und Fachbereiche gleichermaßen
  • Strategisch & operativ: Perspektive und Erfahrung verbinden
  • Übersetzungsleistung: Technische Sachverhalte in klare Entscheidungsgrundlagen
  • Unabhängig & pragmatisch: Umsetzungsorientiert, nicht theoretisch

Das Ergebnis

Gemeinsam schaffen wir Transparenz, bewerten Risiken realistisch und entwickeln Lösungen, die zum Geschäftsmodell passen. Nicht maximal technisch – sondern maximal sinnvoll.

Cloud-Risiken klären. Kontrolle gewinnen.

In einem Erstgespräch verschaffen wir Ihnen einen klaren Überblick: Welche Cloud-Risiken bestehen? Wo liegen Ihre kritischen Abhängigkeiten? Und wie gewinnen Sie die Kontrolle zurück?

Erstgespräch vereinbaren

Übersicht häufiger Risiken beim Einsatz von Cloud - Diensten

Juristisch - Systemische Risiken

Bereits 2 mal wurde das Abkommen der EU mit den USA durch Gerichte kassiert. Was passierte, etliche Unternehmen mussten ihrer Risiken neu bewerten, Daten aus den USA - abziehen und andere Dienstleister suchen. Derartige Urteile können eine Reihe von Aufwänden und damit Kosten nach sich. Insbesondere kleinere Unternehmen können das oft nicht einfach absorbieren. Die juristischen Änderungen können abhängig vom Geschäftsmodell teils empfindlichen treffen.

Neben der Zeitlichen Auswirkung und der Reversibilität bei einem Eintritt spielen weitere Aspekte eine wichtige Rolle bei der Bewertung:

Relevante Bewertungskriterien

  • Datenart: Personenbezogene Daten, Geschäftsgeheimnisse oder „nur" Metadaten
  • DSGVO-Exposition: Branchenregeln (Finanzen, Health, Kritische Infrastruktur)
  • Provider-Verhalten: US-Hyperscaler vs. EU-Cloud mit Datentreuhand
  • Exit-Fähigkeit: Wie schnell lassen sich Daten und Workloads verlagern?

Risikobewertung

Diese Punkte muss jedes Unternehmen für seine eigenen Wertschöpfungsketten und daran beteiligten IT - Systeme bewerten. Der Fakt das es bereits öfter passiert ist, hat natürlich Auswirkung auf die Eintrittswahrscheinlichkeit. Das Schadensaußmaß ist stark vom Geschäftsmodell und dem Einzelfall abhängig. Bei einem digitalisierten KMU dürfte der Schaden jedoch eher im mittleren bis hohen Bereich liegen. Außerdem hat man hier nur eine sehr geringe Möglichkeit die Abläufe zu kontrollieren - also gibt es einen eher niedrigen Kontrollgrad.

  • Eintrittswahrscheinlichkeit: Mittel (bereits mehrfach eingetreten)
  • Schadensausmaß: Mittel bis hoch, abhängig vom Geschäftsmodell
  • Kontrollgrad: Niedrig – kaum Einfluss auf externe Rechtsprechung
Souveränitätsrisiko

US-Unternehmen wie Microsoft unterliegen US-Recht – und zwar weltweit. Gesetze wie der Patriot Act, der CLOUD Act oder das US-Sanktionsrecht gelten unabhängig davon, ob sich die Server physisch in der EU befinden. Im Ernstfall kann ein Account ohne Vorwarnung gesperrt werden. Der Provider darf oft nicht einmal erklären, warum.

Genau das geschah am 20. August 2025, als europäische Richter auf die US-Sanktionsliste gesetzt wurden und deren PayPal-, Amazon- und Microsoft-Accounts schlagartig gesperrt wurden. In diesem öffentlich diskutierten Fall wurde transparent, welche Folgen ein solcher Schritt haben kann.

Passiert so etwas auf Unternehmensebene und sind Risiken ungünstig verteilt, kann im Zweifel nicht einmal mehr der Login am eigenen Rechner funktionieren. Auch der Zugriff auf E-Mails, Identitäten, Backups und weitere zentrale Dienste kann betroffen sein.

Zwar kann die Eintrittswahrscheinlichkeit im Allgemeinen als niedrig bezeichnet werden, sie hängt jedoch stark von der jeweiligen Exposition ab. Gemeinnützige Organisationen waren in der Vergangenheit bereits mehrfach davon betroffen. Das Ausmaß der Auswirkungen lässt sich dabei durchaus als extrem bezeichnen.

Zwar muss dies jeder für sich bewerten, allerdings ist eine solche Sperrung zunächst vollständig. Die meisten Unternehmen dürften kaum eine Möglichkeit haben, auf ein solches Ereignis Einfluss zu nehmen. Der Kontrollgrad kann daher treffend als „nicht vorhanden“ bezeichnet werden.

Risikobewertung

  • Eintrittswahrscheinlichkeit: Niedrig, aber stark abhängig von der Exposition
  • Schadensausmaß: Extrem – eine Sperrung ist zunächst vollständig
  • Kontrollgrad: Nicht vorhanden – kein Einfluss auf US-Sanktionsentscheidungen
Systemausfälle

Große Cloud-Ausfälle kommen regelmäßig vor. Jeder, der Software in der Cloud betreibt, hat das sicher schon erlebt. Positiv fällt auf, dass Ausfälle bei großen Anbietern oft innerhalb weniger Stunden gelöst sind.

Die Mean Time to Repair (MTTR) ist bei Cloud-Systemen oft deutlich niedriger als bei selbst gehosteten Systemen. Das ist ein Vorteil der Cloud, den man mit eigenen Systemen oft nicht abbilden kann.

Auswirkungen sind individuell

Ein defekter LinkedIn-Account ist sicher leichter zu verkraften als ein längerer Ausfall der E-Mail-Konten oder des Online-Shops. Die Bewertung hängt 1:1 von den genutzten Services ab.

Risikobewertung

  • Eintrittswahrscheinlichkeit: Hoch – Ausfälle kommen regelmäßig vor
  • Schadensausmaß: Variabel, abhängig vom Geschäftsmodell und betroffenen Services
  • Kontrollgrad: Sehr niedrig – mehr als ein Anruf beim Support ist oft nicht möglich

Man hat eben alles in die Cloud verschoben – Risiko, Daten und Kontrollmöglichkeiten.

Vendor Lock-in

Die Entscheidung, viele Dienste in der Cloud zu betreiben und damit rechtliche Risiken sowie Kosten zu externalisieren, birgt nicht selten ein ökonomisches Risiko: Nach einigen Jahren wird es schwierig, den Anbieter zu wechseln.

APIs, proprietäre Services, IAM-Modelle, Managed Databases und vieles mehr – all das ist zunächst bequem. Bis es zu teuer wird.

Dann jedoch sind die Systeme meist so stark miteinander verzahnt, dass ein Anbieterwechsel kaum noch realistisch ist.

Der Anbieter weiß das

Provider werden sich in den seltensten Fällen bereiterklären, einen Anbieterwechsel zu unterstützen. Das sogenannte „Vendor Lock-in" ist eher mit Gravitation verwandt als mit einem Schloss.

Je länger man sich anziehen lässt, desto schwerer kommt man wieder heraus. „Vendor-Gravity" eben. Nicht der Wechsel ist teuer – sondern das Bleiben wird alternativlos.

Risikobewertung

  • Eintrittswahrscheinlichkeit: Hoch
  • Schadensausmaß: Mittel bis hoch, plus Opportunitätskosten
  • Kontrollgrad: Läuft mit der Zeit gegen null
Preisrisiko & Intransparenz

Cloud-Kosten sind nicht linear. Sie sind nicht einmal erklärbar, ohne Spezialwissen. Egress-Kosten, API-Calls, Storage-Klassen, „Managed Convenience Fees" – die Liste der Kostentreiber ist lang und oft undurchsichtig.

Budgetüberschreitungen ohne Fehler

Budgets werden überschritten, ohne dass jemand einen „Fehler" gemacht hat. Allein durch normale Nutzung entstehen oft überraschende Kosten. Kommen hier noch unbeabsichtigte Fehlkonfigurationen hinzu, kann es unerwartet richtig teuer werden. Das eigentliche Risiko ist nicht der Preis selbst, sondern die Unvorhersagbarkeit.

Finanzverantwortliche hassen Überraschungen mehr als hohe Rechnungen. Planungssicherheit ist in der Cloud oft schwer zu erreichen.

Risikobewertung

  • Eintrittswahrscheinlichkeit: Hoch
  • Schadensausmaß: Mittel
  • Kontrollgrad: Begrenzt – erfordert kontinuierliches Monitoring und Expertise
Kompetenz-Erosion

Dieses Risiko ist besonders tückisch, weil es fast nie im Risikoregister steht. Wenn alles „managed" ist, passiert Folgendes: Niemand weiß mehr, wie es eigentlich funktioniert. Niemand kann mehr sinnvoll migrieren. Man ist beim Provider nicht mehr Kunde, sondern Bittsteller.

Schleichender Wissensverlust

Nach 5 bis 10 Jahren Cloud-only ist eigenes Infrastrukturwissen oft komplett verschwunden. Nicht dokumentiert. Nicht trainiert. Nicht einstellbar. Das Unternehmen verliert die Fähigkeit, seine eigene IT zu verstehen und zu steuern. Und damit manchmal auch die Kontrolle über die eigene Wertschöpfungsmechanismen.

Das ist ein strategisches "Selbstamputationsrisiko" – und es wird meist erst erkannt, wenn es zu spät ist.

Risikobewertung

  • Eintrittswahrscheinlichkeit: Hoch
  • Schadensausmaß: Hoch (langfristig)
  • Kontrollgrad: Selbstverschuldet niedrig – aber steuerbar, wenn man handelt
Sicherheitsillusion

Cloud ist nicht „unsicher". Aber sie erzeugt eine falsche Sicherheitspsychologie. Viele Unternehmen wiegen sich in einer Sicherheit, die so nicht existiert. Der Provider kümmert sich schließlich um Betrieb, Backups, Compliance und weitere Themen.

Typische Probleme

Ein typisches Problem in Cloud-Umgebungen ist, dass das Modell der geteilten Verantwortung häufig in Vergessenheit gerät: Während der Provider lediglich die zugrunde liegende Infrastruktur absichert, liegt die korrekte Konfiguration vollständig in der Verantwortung des Kunden. Gleichzeitig wächst das Identity- und Access-Management oft zu einer Komplexität heran, die die menschliche Intuition überfordert. In der Praxis sind Fehlkonfigurationen daher nicht die Ausnahme, sondern der Normalfall.

Leaks durch falsche Häkchen

Viele der größten Datenlecks der letzten Jahre waren keine Hacks, sondern falsch gesetzte Häkchen. Ein öffentlich zugänglicher S3-Bucket, eine vergessene Firewall-Regel – kleine Fehler mit großen Konsequenzen.

Sicherheit ist kein Feature, sondern eine Tätigkeit. Cloud ändert daran nichts.

Risikobewertung

  • Eintrittswahrscheinlichkeit: Mittel
  • Schadensausmaß: Hoch
  • Kontrollgrad: Theoretisch hoch, praktisch oft niedrig
Konzentrations- & Systemrisiko

Das ist das volkswirtschaftliche Risiko der Cloud-Nutzung. Wenn zu viele kritische Infrastrukturen auf zu wenige Anbieter setzen, entstehen Kaskadeneffekte, die weit über einzelne Unternehmen hinausgehen.

Systemische Abhängigkeiten

Durch systemische Abhängigkeiten können technische, politische oder organisatorische Ereignisse weitreichende Folgen entfalten. Ein Problem im DNS-Bereich wird dann nicht mehr zu einem isolierten IT-Fehler, sondern zu einem wirtschaftlichen Problem. Politische Konflikte können sich unmittelbar als IT-Ausfälle manifestieren. Und ein einzelner Fehler bei einem Hyperscaler ist in der Lage, gleichzeitig Tausende von Unternehmen lahmzulegen.

Wie real solche Effekte sein können, zeigte sich am 19. Juli 2025, als ein technischer Fehler beim nordischen Zahlungsdienstleister Nets dazu führte, dass Kartenzahlungen in weiten Teilen von Dänemark, Norwegen und Schweden über mehrere Stunden nicht funktionierten. Die Störung begann am Samstagabend gegen etwa 19 Uhr und dauerte fast drei Stunden an, bevor die Systeme wieder stabilisiert wurden. Dadurch waren Kassenterminals, Verkehrszahlungen (etwa an der Storebælt-Brücke) und zahlreiche Einzelhandels- und Gastronomie-Transaktionen betroffen; viele Händler mussten auf Bargeld umstellen oder den Verkauf zeitweise einstellen.

Ein einzelner Fehler bei einem zentralen Dienstleister kann damit nicht nur Systeme, sondern gleichzeitig Tausende von Unternehmen und Millionen von Menschen beeinträchtigen.

Too Big To Fail – für APIs

Das einzelne Unternehmen kann dieses Risiko nicht lösen, ist aber betroffen. Es ist das „Too Big To Fail"-Phänomen – nur diesmal für digitale Infrastruktur und APIs.

Die Konzentration auf wenige große Anbieter schafft eine systemische Fragilität, die im Einzelfall nicht steuerbar ist.

Risikobewertung

  • Eintrittswahrscheinlichkeit: Niedrig bis mittel
  • Schadensausmaß: Sehr hoch
  • Kontrollgrad: Null – kein individueller Einfluss möglich
Fehlende Innovations-Möglichkeiten

Paradox, aber real: Cloud kann Innovation bremsen. Das widerspricht zwar dem Marketing-Narrativ, entspricht aber der Erfahrung vieler Unternehmen.

Warum Innovation leidet

Innovation leidet in Cloud-Umgebungen häufig nicht aus Mangel an Ideen, sondern durch strukturelle Vorgaben. Eine Produktkatalog-Architektur verleitet dazu, nur noch das zu bauen, was der jeweilige Provider bereits vorsieht. Managed Services setzen dabei enge Grenzen: Ungewöhnliche oder neuartige Ansätze lassen sich oft nur schwer in standardisierte Dienste pressen. In der Folge entsteht eine Vendor-getriebene Denkweise, bei der Architekturentscheidungen zunehmend von verfügbaren Services bestimmt werden – und nicht mehr von den eigentlichen Geschäftsanforderungen.

Inkrementell statt radikal

Das Ergebnis ist inkrementelle Innovation, aber kaum radikale Erneuerung. Disruptive Ideen erfordern oft technische Freiheiten, die in stark gemanagten Cloud-Umgebungen nicht gegeben sind.

Wer seine gesamte Infrastruktur in die Hände eines Anbieters legt, übernimmt auch dessen Grenzen – oft unbewusst.

Risikobewertung

  • Eintrittswahrscheinlichkeit: Mittel
  • Schadensausmaß: Schleichend, aber langfristig substanziell
  • Kontrollgrad: Hoch, aber selten genutzt – erfordert bewusste Architekturentscheidungen

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