In vielen Projekten steht die Maschine im Fokus – die Verpackung wird „mitgedacht“. Das Problem: Automatisierung folgt einer klaren Logik, Verpackungen oft nicht. Die Folge sind Störungen, Nacharbeit und hohe Folgekosten. Dieser Artikel zeigt, warum Verpackung ein zentraler Erfolgsfaktor für jede Automatisierungsstrategie ist.
In vielen Unternehmen beginnt Automatisierung mit der Auswahl einer Maschine. Die Verpackung wird dabei häufig als gegeben angenommen oder nur oberflächlich betrachtet. Genau hier liegt einer der größten Planungsfehler. Verpackungen entstehen oft aus Marketing- oder Einkaufssicht – mit Fokus auf Optik, Preis oder Lieferfähigkeit. Ob sie automatisierungsfähig sind, wird erst später hinterfragt.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Organisation. Entscheidungen zur Verpackung, zur Technik und zum Prozess werden in getrennten Abteilungen getroffen. Es fehlt eine klare Verantwortung dafür, wie sich die Verpackung im realen Produktions- oder Logistikprozess verhält. In der Praxis führt das dazu, dass Probleme erst dann sichtbar werden, wenn die Linie bereits läuft – oder nicht läuft.
Viele Verantwortliche gehen davon aus, dass moderne Maschinen Abweichungen ausgleichen können. Technisch ist das oft möglich, wirtschaftlich jedoch selten sinnvoll. Sondergreifer, zusätzliche Sensorik oder reduzierte Taktleistungen sind typische Folgen. Diese Lösungen wirken kurzfristig pragmatisch, verursachen aber langfristig höhere Kosten und eine geringere Anlagenverfügbarkeit.
Für Unternehmen bedeutet das: Automatisierung scheitert nicht an fehlender Technik, sondern an fehlender Abstimmung. Verpackung wird unterschätzt – bis sie zum limitierenden Faktor wird.
Automatisierte Anlagen arbeiten nach klaren, wiederholbaren Regeln. Sie benötigen stabile Geometrien, definierte Kontaktpunkte und gleichbleibende Materialeigenschaften. Verpackungen, die für den Menschen problemlos handhabbar sind, erfüllen diese Anforderungen oft nicht. Schon kleine Abweichungen in Form, Steifigkeit oder Oberfläche können dazu führen, dass Greifer nicht sicher zugreifen, Produkte schief laufen oder sich stauen.
Besonders problematisch wird es, wenn Verpackungsvarianten innerhalb einer Linie stark variieren. Was aus Sortiments- oder Marketingperspektive sinnvoll erscheint, erhöht aus Sicht der Automatisierung die Komplexität erheblich. Maschinen müssen auf den ungünstigsten Fall ausgelegt werden – oder laufen dauerhaft unter ihren Möglichkeiten.
Ein häufig unterschätzter Aspekt ist die Skalierung. Verpackungen, die bei niedrigen Geschwindigkeiten funktionieren, geraten bei höheren Taktraten schnell an ihre Grenzen. Unternehmen investieren dann in zusätzliche Technik, um Symptome zu bekämpfen, anstatt die Ursache zu lösen. Dabei liegt der Hebel oft nicht in der Maschine, sondern in der Verpackung selbst.
Wer Automatisierung nachhaltig plant, muss die Maschinenlogik verstehen – und die Verpackung konsequent daran ausrichten.


Die finanziellen Auswirkungen ungeeigneter Verpackungen werden selten sofort sichtbar. Sie entstehen schleichend im laufenden Betrieb. Linien erreichen ihre geplante Leistung nicht, Mitarbeitende greifen regelmäßig ein, Stillstände häufen sich. Die Investition in Automatisierung ist getätigt – der Nutzen bleibt hinter den Erwartungen zurück.
Zusätzlich entstehen Kosten, die in keiner ursprünglichen Kalkulation vorgesehen waren. Sonderlösungen erhöhen den Wartungsaufwand, Schulungen werden komplexer und Ersatzteile teurer. Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder spezifischen Komponenten. Auch Qualitätskosten nehmen zu, etwa durch beschädigte Verpackungen, Ausschuss oder Reklamationen.
Besonders kritisch sind die Kosten, die gar nicht direkt messbar sind. Wenn Verpackungen Automatisierung begrenzen, werden weitere Optimierungsschritte unmöglich. Skaleneffekte bleiben ungenutzt, Wachstum wird ausgebremst und Markteinführungen verzögern sich. Diese Opportunitätskosten wirken langfristig – und treffen Unternehmen oft härter als einmalige Investitionen.
Aus Kundensicht ist klar: Eine günstige Verpackung kann sehr teuer werden, wenn sie Automatisierung verhindert.

In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass nicht große Investitionen, sondern gezielte Verpackungsanpassungen den entscheidenden Unterschied machen. In vielen Projekten lag der Fokus zunächst auf der Technik. Erst als wiederkehrende Störungen auftraten, wurde die Verpackung hinterfragt.
Typisch sind Situationen, in denen durch Standardisierung von Abmessungen oder Materialien die gesamte Linie stabiler läuft. Greifsysteme arbeiten zuverlässiger, Umrüstzeiten sinken und die Taktleistung steigt – ohne zusätzliche Maschinen. Auch Anpassungen bei Kennzeichnung oder Materialstärke führen häufig zu messbaren Verbesserungen in Lesbarkeit, Handling und Transportfähigkeit.
Auffällig ist, dass Unternehmen diese Effekte oft erst im Nachhinein erkennen. „Die Maschine war nicht das Problem“ ist ein Satz, der in Projekten immer wieder fällt. Verpackung wurde zu spät als Prozessbestandteil verstanden – dabei hätte eine frühzeitige Bewertung viele Probleme verhindert.
Erfolgreiche Automatisierung entsteht dort, wo Verpackung, Prozess und Technik gemeinsam gedacht werden. Genau an dieser Schnittstelle liegen die größten Potenziale.
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