Viele Produktionsprozesse funktionieren nicht wegen klarer Systemlogiken, sondern weil erfahrene Mitarbeiter täglich die richtigen Entscheidungen treffen. Das schafft Stabilität – solange Rahmenbedingungen konstant bleiben. Dieser Beitrag zeigt, wo die Grenzen dieses Modells liegen.
In wenig automatisierten Produktionsprozessen ist Erfahrungswissen der zentrale Stabilitätsfaktor. Abläufe sind nicht vollständig beschrieben oder systemisch hinterlegt, sondern existieren im Kopf einzelner Mitarbeiter. Sie wissen, wie eine Maschine „sich anfühlt“, wann ein Parameter angepasst werden muss oder welche Abweichung noch akzeptabel ist.
Dieses Wissen ermöglicht pragmatische Entscheidungen im Alltag, ist jedoch kaum dokumentiert, schwer übertragbar und nicht skalierbar. Sobald Schlüsselpersonen fehlen, neue Mitarbeiter eingearbeitet werden müssen oder das Produktionsvolumen steigt, geraten Prozesse ins Wanken. Was vorher durch Erfahrung kompensiert wurde, wird plötzlich sichtbar: fehlende Regeln, unklare Abläufe und nicht definierte Entscheidungsgrenzen.
Erfahrungswissen ersetzt damit faktisch das System – mit allen Risiken, die daraus entstehen.
Wo Systeme fehlen, entscheiden Menschen. Diese Entscheidungen sind oft situativ richtig, bleiben jedoch für den Prozess unsichtbar. Warum eine Charge anders verarbeitet wurde, weshalb ein Arbeitsschritt ausgelassen oder ein Grenzwert überschritten wurde, ist im Nachhinein kaum nachvollziehbar.
Daten entstehen fragmentiert oder gar nicht: handschriftliche Notizen, Excel-Listen, mündliche Übergaben. Für Audits, Kundenrückfragen oder interne Analysen fehlt damit eine belastbare Grundlage. Der Prozess ist zwar abgeschlossen, aber nicht erklärbar. Transparenz entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Struktur – und genau diese fehlt in wenig automatisierten Umgebungen häufig.
Mit zunehmender Komplexität steigt dadurch nicht nur der Dokumentationsaufwand, sondern auch das Risiko, Entscheidungen nicht mehr begründen zu können.
Ein weiteres Merkmal wenig automatisierter Prozesse ist die unterschiedliche Bearbeitung identischer Aufgaben. Ohne klare Standards entwickeln Mitarbeiter eigene Arbeitsweisen. Diese funktionieren individuell gut, führen jedoch zu variierender Qualität, schwankenden Durchlaufzeiten und inkonsistenten Ergebnissen.
Was intern oft als Flexibilität wahrgenommen wird, ist aus Prozesssicht eine hohe Varianz. Sie lässt sich weder planen noch gezielt steuern. Besonders im Wachstum wird diese Varianz zur Belastung: Neue Mitarbeiter orientieren sich an Personen statt an Prozessen, Qualität wird personengebunden und Abweichungen häufen sich.
Der Schlüssel liegt nicht in maximaler Automatisierung, sondern in gezielter Entlastung. Einfache Standards, klare Prozesslogiken und minimale digitale Unterstützung helfen, Erfahrungswissen zu strukturieren und Entscheidungen abzusichern. Der Mensch bleibt ein zentraler Faktor – aber nicht mehr der einzige Garant für Prozessstabilität.
Wir unterstützen Sie dabei, wenig automatisierte Prozesse schrittweise zu strukturieren und Abhängigkeiten vom Erfahrungswissen zu reduzieren – pragmatisch, skalierbar und alltagstauglich.

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