Technik, Logistik und Betrieb – die Bausteine Ihres Multichannel-Erfolgs
Ein Onlineshop ist schnell eingerichtet. Aber ohne saubere Integration in Ihre bestehenden Systeme wird er zum Pflegefall. Und ohne durchdachte Logistik zur Kostenfalle.
Technische Integration – das Fundament
Ihr Onlineshop sollte kein Inselsystem in ihrem Unternehmen darstellen. Die Integration in eine Warenwirtschafts-System spart erhebliche Aufwände und erlaubt eine Aktualität, Die manuelle Pflege der Warenbestände ist zwar auch möglich aber bindet abhängig von der Anzahl der Artikel mit unter enorme Resource.
Generell sind folgende Punkte zentral um ein einen erfolgreichen Betrieb zu gewährleisten:
- Bestandssynchronisation: Nichts frustriert Kunden mehr als bestellte Ware, die nicht lieferbar ist. Ihr Shop muss wissen, was im Regal liegt.
- Produktdaten-Management: Bilder, Beschreibungen, Nährwerte, Allergene – für Hunderte oder Tausende Artikel wird ohne PIM-System das zum Albtraum, während sich das für einige wenige dutzend Artikel sicher noch bewerkstelligen lässt.
- Schnittstellen: Anbindung an Großhandels-Datenbanken, Zahlungsdienstleister, Versand- oder Tourenplanung.
- Kassensystem-Integration: Wenn Kunden online bestellen und im Markt bezahlen (Click & Collect), muss das nahtlos funktionieren.
Sortiment & Produktdarstellung
Natürlich spielt das Sortiment in einer Multichannel-Strategie eine zentrale Rolle. Nicht jedes Produkt eignet sich gleichermaßen für jeden Vertriebskanal. Während sich ausgewählte Artikel online besonders gut verkaufen lassen, benötigen andere eine stärkere Inszenierung im stationären Handel. Eine konsistente Produktdarstellung über alle Kanäle hinweg – mit klaren Informationen, hochwertigen Bildern und passenden Verpackungsgrößen – schafft Vertrauen und erleichtert den Kauf. Wer Logistik, Sortiment und Darstellung gemeinsam denkt, legt die Grundlage für eine funktionierende und skalierbare Multichannel-Strategie.
Logistik & Fulfillment
Logistik und Fulfillment sind im Onlinehandel häufig der entscheidende Knackpunkt. Dabei scheitern viele weniger an der Technik als an ganz praktischen Fragen: Wer kommissioniert die Bestellungen, und wie gelangt die Ware zuverlässig zum Kunden? Gerade im Lebensmittelhandel sind funktionierende Abläufe hier erfolgskritisch.
Beim Click-&-Collect-Modell erfolgt die Kommissionierung meist direkt im Markt, während die Übergabe über eine Abholstation, die Servicetheke oder ein klar definiertes Zeitfenster organisiert wird. Entscheidend ist dabei eine saubere Abstimmung zwischen Verkauf, Lager und Abholung, um Wartezeiten und Fehler zu vermeiden. Wer einen eigenen Lieferdienst betreibt, steht vor zusätzlichen Anforderungen wie der Tourenplanung, dem Einsatz von Kühlfahrzeugen oder Isolierboxen sowie einer verlässlichen Personalplanung für Picker und Fahrer. Alternativ können externe Partner wie Lieferando, Wolt & Co. für schnelle Same-Day-Lieferungen eingebunden werden, während sich der Paketversand vor allem für haltbare Ware eignet.
Ein zentrales Thema bleibt die Einhaltung der Kühlkette. Insbesondere bei Frische- und Tiefkühlprodukten ist sie unverzichtbar und muss lückenlos dokumentiert werden. Geeignete Verpackungen, Temperaturmessungen und klare Prozesse sorgen nicht nur für Qualität, sondern auch für rechtliche Sicherheit.
Kundengewinnung – lokal denken, digital handeln
Bei der Kundengewinnung im Onlinehandel ist für inhabergeführte Märkte vor allem eines entscheidend: lokal zu denken und digital zu handeln. Der Wettbewerb findet nicht mit großen Plattformen statt, sondern um die Kunden im eigenen Einzugsgebiet. Neben digitalen Maßnahmen wie einem gepflegten Google-My-Business-Profil, lokalen Google Ads, Newslettern mit Wochenangeboten und aktiven Social-Media-Kanälen spielt auch die klare Positionierung eine zentrale Rolle. Themen wie Bio-Qualität, ökologische Herkunft, Regionalität oder ein transparenter ökologischer Fußabdruck können ein starkes Differenzierungsmerkmal sein. Wer diese Werte konsequent kommuniziert und im Sortiment erlebbar macht, schafft Vertrauen und bindet Kunden langfristig.
Betrieb & Kennzahlen
Im Onlinehandel sind aussagekräftige Kennzahlen entscheidend, um den Erfolg des eigenen Angebots realistisch bewerten und gezielt steuern zu können. Eine zentrale KPI ist die Conversion Rate, die angibt, wie viele Besucher eines Shops tatsächlich zu Käufern werden – im E-Commerce liegt sie häufig zwischen zwei und vier Prozent. Ebenso wichtig ist die durchschnittliche Warenkorbgröße, da sie direkten Einfluss auf Umsatz und Wirtschaftlichkeit hat. Der Deckungsbeitrag pro Lieferung zeigt, ob eine Bestellung nach Abzug aller variablen Kosten profitabel ist.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Retourenquote, die stark vom Produkttyp abhängt: Während Retouren bei Tiefkühl- und Frischeprodukten aufgrund gesetzlicher Vorgaben und logistischer Gegebenheiten eher unüblich sind, können sie bei trockenen Lebensmitteln oder haltbaren Produkten häufiger auftreten, etwa bei Fehlbestellungen oder beschädigter Ware. Abschließend gibt die Wiederkaufrate Aufschluss darüber, wie gut es gelingt, Kunden langfristig zu binden und nachhaltiges Wachstum im Onlinehandel zu erzielen.
Eigenständiger Shop, Marktplatz oder beides?
Ein eigener Onlineshop bietet volle Kontrolle über Marke und Kundendaten, ist jedoch mit höherem Aufwand verbunden.Marktplätze überzeugen durch große Reichweite und teils integrierte Logistik, gehen aber mit Abhängigkeiten und Margendruck einher.Ein hybrider Ansatz kombiniert beide Modelle, erhöht jedoch die Komplexität in Steuerung und Organisation.Welche Variante die richtige ist, hängt von Faktoren wie Produkt, Zielgruppen, Kostenstruktur und organisatorischen Möglichkeiten ab – ein genauer Blick auf diese Aspekte lohnt sich vor jeder Entscheidung.