Beratung

Prozessanalyse - Priorisierung - Optimierung

Sie spüren, dass es klemmt. Wir zeigen Ihnen, wo.

Jeder im Unternehmen weiß, dass etwas nicht rund läuft. Niemand kann es genau benennen. Wir machen aus diffusem Bauchgefühl eine harte, priorisierte Liste — mit Zahlen, Verantwortlichen und Reihenfolge.

Kein Beratergeschwurbel. Kein Schubladen-Konzept. Erkenntnisse, mit denen Sie am Montag arbeiten können — von der Ist-Aufnahme über die Bewertung mit einer 13-Kriterien-Matrix bis zur priorisierten Optimierungs-Roadmap.

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Unser Vorgehen

Vier Phasen, ein klarer Ergebnispfad.

Strukturiert. Faktenbasiert. Auf Augenhöhe. Jede Phase hat ein definiertes Output-Artefakt — keine Phase endet im Nichts.

1

Verstehen

Strukturierte Interviews mit Mitarbeitern aller Ebenen, kombiniert mit Brown-Paper-Workshops für die End-to-End-Sicht. Wir hören dort hin, wo der Prozess gelebt wird — nicht nur, wo er beschrieben ist.

Output Vollständige Ist-Dokumentation, Workaround-Inventar
2

Modellieren

Aus den Erkenntnissen entsteht ein BPMN-2.0-Modell mit Swimlanes für Rollen, klaren Schnittstellen und expliziten Medienbrüchen. Erst die visuelle Darstellung macht das System sichtbar — und damit veränderbar.

Output BPMN-Diagramm, Schnittstellen-Inventar
3

Bewerten & Priorisieren

Jede Schwachstelle wird über die 13-Kriterien-Matrix gescored. Aufwand und Nutzen werden ins Verhältnis gesetzt. Aus subjektiver Beobachtung wird eine objektive Reihenfolge mit klarer Begründung.

Output Kritikalitätswerte, priorisierte Maßnahmenliste
4

Optimieren

Soll-Prozesse werden entworfen, mit den betroffenen Mitarbeitern rückgekoppelt und in eine Umsetzungs-Roadmap übersetzt. Quick Wins sofort, strukturelle Veränderungen geplant — beides mit Verantwortlichkeiten, Terminen und Messpunkten.

Output Soll-Modell, Roadmap, KPI-Set
Werkzeugkasten der Analyse

Methoden, die zur Frage passen.

Um End-to-End-Prozesse strategisch zu erfassen, kombinieren wir bewährte Modellierungsansätze.

Jede Methode hat ihren eigenen Einsatzbereich — die Kunst liegt darin, sie zur richtigen Zeit zur richtigen Frage einzusetzen. Wir wählen aus dem Werkzeugkasten, was zu Ihrem Prozess passt, und kombinieren bei Bedarf mehrere Ansätze.

SIPOC

Supplier, Input, Process, Output, Customer. Legt die Grenzen des Prozesses fest und erfasst alle relevanten Einflussparameter auf einen Blick.

Makigami

Werkzeug des Lean Managements zur Trennung wertschöpfender und nicht-wertschöpfender Zeiten. Macht Ineffizienzen in administrativen Abläufen radikal sichtbar.

Value Stream Mapping

Visualisiert neben dem Material- auch den Informationsfluss. Entscheidend, um Informationsasymmetrien und Blindspots in Serviceprozessen aufzudecken.

BPMN 2.0

Internationaler ISO-Standard für die formale Modellierung. Garantiert weltweit einheitliche Interpretation und schließt mit dem Camunda-Haus die Lücke zur technischen Umsetzung.

Brown-Paper-Workshop

Großflächige Visualisierung auf Packpapier macht Prozesselemente physisch greifbar. Probleme, die in Excel-Listen verborgen bleiben, treten durch die Interaktion zu Tage.

Domain Storytelling

Erfasst Prozesse durch die bildliche Fachsprache der Experten selbst. Stellt sicher, dass die Realität der Mitarbeiter im Modell ankommt — nicht nur die Sicht des Managements.

Priorisierung

Aus 50 Beobachtungen werden 5 Maßnahmen.

Eine Prozessanalyse fördert typischerweise Dutzende Schwachstellen zu Tage. Ohne Priorisierung lähmt diese Liste mehr, als sie hilft. Wir trennen das Dringende vom Wichtigen, das Schnelle vom Strukturellen — und schaffen damit Handlungsfähigkeit.

Aufwand-Nutzen-Matrix.

Jede identifizierte Schwachstelle wird auf zwei Achsen verortet: Hebelwirkung (was bringt die Behebung?) und Umsetzungsaufwand (was kostet sie?). Daraus ergeben sich vier Handlungsklassen mit klarer Sequenz.

↑ Hebelwirkung
★ Strategisch

Planen — viel Aufwand, hoher Nutzen. Die strukturellen Veränderungen mit dem größten Hebel.

⚡ Quick Wins

Sofort umsetzen — wenig Aufwand, hoher Nutzen. Liefern Vertrauen für den Rest des Vorhabens.

✕ Verwerfen

Bewusst nicht angehen — viel Aufwand, geringer Nutzen. Eine bewusste Entscheidung gegen ein Thema ist mehr wert als halbherziges Mitnehmen.

→ Delegieren

Nebenher mitnehmen — wenig Aufwand, geringer Nutzen. Im Tagesgeschäft mitlaufen lassen.

← Hoher Aufwand Geringer Aufwand →

13 Kriterien — quantifiziert.

Subjektive Eindrücke reichen nicht aus. Jedes Kriterium wird auf einer Skala von 0 bis 2 gescored, gewichtet und summiert. Der Kritikalitätswert macht aus Bauchgefühl eine vergleichbare Zahl.

Nr.
Kriterium
Definition
01
Durchlaufzeit
Zeitdauer für die Durchführung des Schnittstellenprozesses.
02
Flächenbedarf
Durch Arbeitsmittel und deren Betrieb beanspruchte Fläche.
03
Personalbedarf
Anzahl und Auslastung der Mitarbeiter im Schnittstellenprozess.
04
Bedarf an Arbeitsmitteln
Anzahl und Art der eingesetzten Hard- und Software.
05
Fehlerwahrscheinlichkeit
Häufigkeit von Fehlern bei Durchführung und Datenübertragung.
06
Unterstützungsmittel
Vorhandensein von Poka-Yoke-Systemen oder Beschleunigern.
07
Ergonomie
Benutzerfreundlichkeit und Bedienkomfort der IT-Oberflächen.
08
Arbeitssicherheit
Schutz der Mitarbeiter vor Verletzungen und Unfällen.
09
Abstimmung Mittel/Info
Zusammenwirken von Arbeitsmittel und Information.
10
Abstimmung zw. Mitteln
Kompatibilität und Kommunikation zwischen Systemen.
11
Standardisierungsgrad
Reproduzierbarkeit durch klare, kommunizierte Regeln.
12
Verfügbarkeit
Störungsfreiheit durch permanente Verfügbarkeit der Mittel.
13
Prozessverantwortung
Eindeutige Regelung der Zuständigkeit für die Schnittstelle.
Optimierung

Vier Hebel, an denen wir typischerweise ansetzen.

Aus jeder Analyse fallen ähnliche Hebel — bei jedem Unternehmen anders ausgeprägt, aber strukturell vergleichbar. Wir bewerten, welche dieser Hebel in Ihrem Fall den größten Wirkungsgrad versprechen, und übersetzen sie in konkrete Maßnahmen.

Hebel 01

Medienbrüche eliminieren

Manuelle Datenübertragungen zwischen Systemen sind die häufigste Effizienzbremse. Wir identifizieren jeden Bruch, bewerten Automatisierbarkeit und integrieren Systeme über Standards oder schlanke Konnektoren.

−40 % Bearbeitungszeit
−85 % Eingabefehler
Hebel 02

Wartezeiten verkürzen

Liege- und Wartezeiten machen oft 60–80 % der Durchlaufzeit aus, ohne einen Cent Wert zu schaffen. Wir entkoppeln blockierende Sequenzen, parallelisieren Schritte und beseitigen unnötige Freigabeschleifen.

−50 % Durchlaufzeit
+30 % Kapazität
Hebel 03

Standardisierung erhöhen

Ein Prozess, der bei jedem Mitarbeiter anders abläuft, ist nicht skalierbar. Wir definieren verbindliche Pfade, dokumentieren Sonderfälle bewusst und machen Reproduzierbarkeit zur Voraussetzung für jede weitere Optimierung.

+60 % Reproduzierbarkeit
−70 % Einarbeitung
Hebel 04

Verantwortung schärfen

Wo niemand zuständig ist, wird nichts entschieden. Wir klären End-to-End-Verantwortlichkeiten, definieren Eskalationspfade und etablieren Process Owner, die nicht nur ausführen, sondern auch weiterentwickeln.

−65 % Eskalationsdauer
+100 % Klarheit

Werte sind Erfahrungswerte aus vergleichbaren Projekten. Konkrete Effekte werden für Ihren Prozess individuell modelliert.

Leitfragen

Acht Fragen, die wirklich wehtun.

Standardfragen liefern Standardantworten. Wir stellen die Fragen, die in jedem Interview kurz Stille erzeugen — weil sie ein Thema treffen, das jeder kennt, aber keiner offen ausspricht.

Erst nach dieser Stille beginnt die ehrliche Diskussion. Vorher reden wir über das Schaufenster — danach über die Werkstatt.

?

Wenn dieser Prozess heute komplett wegfiele — was würde im Unternehmen wirklich nicht mehr funktionieren?

?

Welchen Schritt machen Sie, weil er sinnvoll ist — und welchen, weil ihn jemand vor zehn Jahren so eingeführt hat?

?

An welcher Stelle erfahren Sie zum ersten Mal, dass etwas schiefgelaufen ist — und wie lange war es da schon schief?

?

Welcher Workaround würde, wenn er morgen wegfiele, sofort den Betrieb stören?

?

Wo tippen Mitarbeiter Daten ein, die ein anderes System eigentlich schon kennt?

?

An welcher Stelle warten Vorgänge länger, als sie tatsächlich bearbeitet werden — und worauf?

?

Wer entscheidet hier eigentlich — und wer entscheidet, dass entschieden werden darf?

?

Welche Information wandert per E-Mail, weil das System sie nicht richtig weiterträgt?

Vom Ist zum Soll

Eine Liste verändert nichts. Menschen verändern.

Wir haben gesehen, wie selbst exzellente Soll-Konzepte nach drei Monaten in der Schublade verschwinden — weil niemand sie wirklich wollte. Deshalb ist der Weg vom Ist zum Soll bei uns kein Reißbrett-Akt. Es ist eine moderierte Sequenz, in der die Mitarbeiter die Zukunft mitschreiben, die sie später leben sollen. Das dauert länger als ein PowerPoint-Workshop. Es hält dafür.

A bad system will beat a good person every time. — W. Edwards Deming
  • Schritt I · Denkverbote weg

    Erst träumen. Dann rechnen.

    Wir setzen die Mitarbeiter, die den Prozess täglich erleben, in einen Raum und nehmen ihnen für 90 Minuten alle Sachzwänge weg. „Wenn du heute neu anfangen würdest — wie sähe es aus?" Die ehrlichsten Antworten kommen, wenn niemand fürs Realistische gelobt wird.

  • Schritt II · Das scharfe Messer

    Nur was rechnet, überlebt.

    Jede Idee landet auf der Aufwand-Nutzen-Matrix. Lieblings-Lösungen scheitern hier, ungeliebte Pflichtthemen rücken nach vorn. Am Ende dieses Schritts schmerzt es ein wenig — und genau das ist gut. Was hier übrig bleibt, ist umsetzbar.

  • Schritt III · Abschied vom Alten

    Mit Datum. Mit Namen. Mit Zahlen.

    Roadmap mit Quick Wins für die nächsten 4 Wochen, strukturelle Maßnahmen für die nächsten 6 Monate. Jede Maßnahme hat einen verantwortlichen Namen, einen verbindlichen Termin und einen messbaren KPI. Wer das nicht hat, hat keinen Plan — er hat eine Hoffnung.

Reden wir über Ihren Prozess

Der erste Schritt ist selten der schwerste.

30 Minuten Erstgespräch, kostenlos, telefonisch oder per Video. Wir hören zu, sortieren die Fragestellung und sagen ehrlich, ob wir der richtige Partner für Ihre Prozessanalyse sind.

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