Für das Netzwerk Organspende NRW e.V. haben wir ein Organspende-Infoterminal entwickelt, an dem sich der Organspendeausweis direkt vor Ort erstellen und im Kartenformat ausdrucken lässt. Niedrigschwellig, offline-fähig und datenschutzfreundlich – aufgestellt dort, wo Menschen ohnehin warten.
Umfragen zeigen seit Jahren eine hohe grundsätzliche Bereitschaft zur Organspende. Der entscheidende Schritt aber – die eigene Haltung verbindlich zu dokumentieren – bleibt häufig aus. Ein Organspendeausweis muss ausgedruckt, ausgefüllt, zugeschnitten und dann auch noch dauerhaft mitgeführt werden. Jeder dieser kleinen Schritte ist eine Hürde, an der die gute Absicht versandet.
Die Folgen dieser Lücke sind konkret: In Deutschland gilt – anders als in vielen europäischen Nachbarländern – die Entscheidungslösung. Eine Entnahme ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung der verstorbenen Person oder ihrer Angehörigen zulässig. Wo keine dokumentierte Entscheidung vorliegt, müssen Angehörige in einer Ausnahmesituation stellvertretend entscheiden.
Quellen: Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) und Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Stand Jahresbilanz 2025.
Herunterladen, drucken, ausschneiden, mitführen – ein Formular mit vielen Abbruchstellen. Der Ausweis im Checkkarten-Format überspringt sie alle.
„Mache ich später" heißt meist „mache ich nie". Wer im richtigen Moment angesprochen wird, entscheidet – statt es erneut zu verschieben.
In Kliniken, Apotheken oder Behörden warten Menschen ohnehin – ein Umfeld, in dem das Thema Gesundheit nahe liegt und Zeit vorhanden ist.
Statt zu hoffen, dass jemand zu Hause das passende Formular findet: eine kompakte Station, die genau im richtigen Moment alles Nötige bereitstellt – Information, Entscheidungshilfe und den fertigen Ausweis.
Im Kern besteht die Station aus zwei Komponenten: einem Tablet-Terminal für die geführte Eingabe und einem angebundenen Kartendrucker für den sofortigen Ausdruck. Wer möchte, informiert sich zuerst, trifft dann in wenigen klar verständlichen Schritten seine Entscheidung und hält wenig später einen haltbaren Organspendeausweis im Scheckkartenformat in der Hand. Das hochwertige Format ist bewusst gewählt: Eine Karte landet eher dauerhaft im Portemonnaie als ein gefaltetes Stück Papier.
Die Oberfläche ist für die Touch-Bedienung optimiert und möglichst barrierearm gestaltet – große Schrift, gut erreichbare Schaltflächen, einfache Sprache und eine kontrastreiche Darstellung. Der Funktionsumfang geht dabei weit über das reine Drucken hinaus.
Alle für den Ausweis nötigen Angaben werden digital und geführt erfasst – ohne Fachbegriffe, ohne überflüssige Felder.
Vollständige Zustimmung, Ablehnung oder die Freigabe nur bestimmter Organe – die Auswahl ist bewusst einfach und verständlich aufgebaut.
Vor dem Druck lässt sich die fertige Karte kontrollieren. Anschließend gibt der integrierte Kartendrucker den Ausweis direkt aus.
Ein Informationsbereich beantwortet typische Fragen rund um Organspende, Ausweis und Entscheidungsoptionen – direkt am Gerät.
Basisinfos zum Organspende-Register sowie ein QR-Code, der direkt zur offiziellen Registerseite führt.
Per Link oder QR-Code lässt sich eine externe Eingabeseite nutzen – für späteren Postversand oder den Sofortdruck bei Veranstaltungen.
Ein lokaler Auswertungsbereich zeigt anonyme Kennzahlen: gedruckte Ausweise, Abbruchquote, Nutzung der Infobereiche, Altersdurchschnitt – ohne Datenübertragung ins Internet.
Die Lösung ist als zusammenhängendes System aus Terminal-App, externer Eingabeseite und Verwaltung konzipiert – robust genug für den Dauerbetrieb, einfach genug für die Pflege durch Betreiber ohne IT-Hintergrund.
Als Basis dienen Microsoft-Surface-Pro-7-Tablets mit einer minimalen, auf den Terminalbetrieb reduzierten Linux-Installation. Die Anwendung wird als AppImage ausgeliefert, basiert technisch auf Electron und ist mit Vue.js umgesetzt; im Hintergrund übernehmen Node.js-Logiken die lokalen Funktionen und die Anbindung der Hardware. Die zugehörige Webanwendung für externe Eingabe und Terminal-Verwaltung setzen wir mit PHP und Vue.js um. Diese Architektur ist unser Tagesgeschäft in der Softwareentwicklung und der Systemintegration.
Die Grundfunktionen arbeiten ohne dauerhafte Internetverbindung. Eine Online-Verbindung wird vor allem für Updates und administrative Anpassungen gebraucht.
Über die Online-Verwaltung – nicht für Ausweisdaten, sondern für Konfiguration – lassen sich Kartendesigns, Logos und statische Texte hinterlegen und anpassen.
WLAN-Einrichtung und Updates lassen sich direkt am Terminal anstoßen – ohne tiefere technische Kenntnisse aufseiten der Betreiber.
Die Druckdaten werden im korrekten Format aufbereitet und an den angebundenen Kartendrucker übergeben – zuverlässig und ohne sichtbare Komplexität für Nutzende.
Beim Erstellen eines Ausweises werden personenbezogene und damit besonders schützenswerte Angaben verarbeitet. Deshalb war Datenschutz keine nachträgliche Ergänzung, sondern Teil des Entwurfs. Daten werden ausschließlich für ihren Zweck verwendet und nicht unnötig gespeichert – ein Grundsatz, den wir auch in der IT-Beratung in jedes Projekt tragen.
Für den Sofortdruck erzeugt die Webseite einen QR-Code mit Public-/Private-Key-Verfahren. Nur das berechtigte Terminal kann ihn entschlüsseln – geht der Code verloren, bleiben die Daten geschützt.
Die eingegebenen Daten werden nur temporär für den Druck verarbeitet und danach wieder gelöscht. Eine dauerhafte Speicherung am Terminal ist nicht vorgesehen.
Für Auswertungen werden ausschließlich anonyme Statistikdaten erfasst – etwa Druckanzahl oder Abbrüche – ohne Übertragung personenbezogener Daten ins Internet.
Was als Prototyp begann, steht heute an gut frequentierten, öffentlichen Orten in Nordrhein-Westfalen. Die kompakten Geräte ermöglichen es Besucherinnen und Besuchern, sich umfassend zu informieren, die eigene Haltung zu reflektieren und den Ausweis direkt vor Ort zu drucken. Das Projekt wird vom Netzwerk Organspende NRW e.V. getragen und mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW umgesetzt.
Uniklinik Köln und das Sankt Marien-Hospital Gelsenkirchen-Buer – dort, wo Gesundheit ohnehin im Mittelpunkt steht.
In der Universitätsbibliothek der Ruhr-Universität Bochum erreicht das Terminal ein junges, aufgeschlossenes Publikum.
Im Rhein-Center Köln und – in Vorbereitung – im Alten Rathaus Herne-Wanne, mitten im Alltag vieler Menschen.
Screenshots aus der laufenden Terminal-Anwendung – vom Startbildschirm über den Entscheidungsassistenten bis zur Druckvorschau.
Eine einfache Oberfläche zu bauen ist anspruchsvoll, gerade weil im Hintergrund mehrere technische Schritte zusammenspielen müssen. Drei Punkte waren dabei besonders fordernd.
Die Druckdaten mussten zuverlässig im korrekten Format übergeben und sauber auf die Karte gebracht werden – bei voller Einfachheit für die Nutzenden.
Bei extern eingegebenen Daten für den Sofortdruck musste sichergestellt sein, dass personenbezogene Angaben während der Übergabe nicht auslesbar sind.
Betreiber sollten Updates und Anpassungen ohne externe Hilfe durchführen können – das verlagert Komplexität von der Bedienung in eine durchdachte Architektur.
Die Lösung ist bewusst so gebaut, dass sie mitwachsen kann. Mehrere Ausbaustufen sind denkbar – jede zielt darauf, den Prozess noch einfacher, zugänglicher und robuster zu machen.
Eine Eintragung direkt am Terminal – technisch deutlich anspruchsvoller, da eine sichere Identifikation etwa über die AusweisApp nötig wäre.
Oberfläche und Informationen in mehreren Sprachen, damit auch Menschen erreicht werden, die sich auf Deutsch unsicher fühlen.
Sprachsteuerung, Screenreader-Unterstützung, Vorlesefunktion, einfache Sprache, Gebärdensprach-Videos – bis hin zur Anbindung von Braillezeilen.
Weniger manuelle Eingaben durch das Auslesen von Ausweisdokumenten oder NFC-/RFID-Lesegeräten – sofern technisch und datenschutzrechtlich sinnvoll.
Genauere Erkennung von Druckerfehlern, Materialständen und Fehldrucken – idealerweise in enger Abstimmung mit den Herstellern.
Ja. Der Organspendeausweis ist eine freiwillige, formfreie Dokumentation der eigenen Entscheidung. Ob auf Papier, als Checkkarte oder als Eintrag im Register – entscheidend ist, dass eine Entscheidung dokumentiert und auffindbar ist.
Beides ist möglich und gleichwertig. Das Register ist seit dem 18. März 2024 online und zentral abrufbar, der Ausweis liegt physisch bei der Person. Das Terminal informiert über das Register und verweist per QR-Code direkt darauf.
Nein. Die Angaben werden nur temporär für den Druck verarbeitet und danach gelöscht. Eine dauerhafte Speicherung personenbezogener Daten ist nicht vorgesehen; für Auswertungen werden ausschließlich anonyme Kennzahlen erfasst.
Eine Zustimmung zur Organspende kann ab 16 Jahren erklärt werden, ein Widerspruch bereits ab 14 Jahren. Das Terminal richtet sich an alle, die ihre Entscheidung niedrigschwellig festhalten möchten.
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Vom Tablet-Terminal über die verschlüsselte QR-Übergabe bis zur wartungsarmen Verwaltung: Wir entwickeln Lösungen, die im echten Alltag funktionieren – auch dort, wo Technik unsichtbar bleiben soll. Wenn Sie ein ähnliches Vorhaben planen, finden Sie in uns einen verlässlichen Partner. Mehr dazu in unserer Softwareentwicklung oder direkt über den Kontakt.

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