Beratung

Organspende-Infoterminal

Organspendeausweis vor Ort erstellen – in unter zwei Minuten.

Für das Netzwerk Organspende NRW e.V. haben wir ein Organspende-Infoterminal entwickelt, an dem sich der Organspendeausweis direkt vor Ort erstellen und im Kartenformat ausdrucken lässt. Niedrigschwellig, offline-fähig und datenschutzfreundlich – aufgestellt dort, wo Menschen ohnehin warten.

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ein decoratives bild welches ein netzwerk darstellt und den header optisch etwas erheitert. Es stellt eine Netzwerkstrucktur mit verbundenn Punkten und allerhand linen dar.
Worum es geht

Viele sind dafür – die wenigsten haben es festgehalten.

Umfragen zeigen seit Jahren eine hohe grundsätzliche Bereitschaft zur Organspende. Der entscheidende Schritt aber – die eigene Haltung verbindlich zu dokumentieren – bleibt häufig aus. Ein Organspendeausweis muss ausgedruckt, ausgefüllt, zugeschnitten und dann auch noch dauerhaft mitgeführt werden. Jeder dieser kleinen Schritte ist eine Hürde, an der die gute Absicht versandet.

Die Folgen dieser Lücke sind konkret: In Deutschland gilt – anders als in vielen europäischen Nachbarländern – die Entscheidungslösung. Eine Entnahme ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung der verstorbenen Person oder ihrer Angehörigen zulässig. Wo keine dokumentierte Entscheidung vorliegt, müssen Angehörige in einer Ausnahmesituation stellvertretend entscheiden.

~8.200 Menschen standen Ende 2025 in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan (DSO).
985 postmortale Spenderinnen und Spender 2025 – der höchste Stand seit 2012, und doch zu wenig.
3.150 Patientinnen und Patienten erhielten 2025 ein Organ – ein Bruchteil des Bedarfs.

Quellen: Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) und Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Stand Jahresbilanz 2025.

Die Papierhürde

Herunterladen, drucken, ausschneiden, mitführen – ein Formular mit vielen Abbruchstellen. Der Ausweis im Checkkarten-Format überspringt sie alle.

Der aufgeschobene Moment

„Mache ich später" heißt meist „mache ich nie". Wer im richtigen Moment angesprochen wird, entscheidet – statt es erneut zu verschieben.

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Ungenutzte Wartezeit

In Kliniken, Apotheken oder Behörden warten Menschen ohnehin – ein Umfeld, in dem das Thema Gesundheit nahe liegt und Zeit vorhanden ist.

Die Idee

Die Entscheidung dorthin bringen, wo die Menschen sind.

Statt zu hoffen, dass jemand zu Hause das passende Formular findet: eine kompakte Station, die genau im richtigen Moment alles Nötige bereitstellt – Information, Entscheidungshilfe und den fertigen Ausweis.

Im Kern besteht die Station aus zwei Komponenten: einem Tablet-Terminal für die geführte Eingabe und einem angebundenen Kartendrucker für den sofortigen Ausdruck. Wer möchte, informiert sich zuerst, trifft dann in wenigen klar verständlichen Schritten seine Entscheidung und hält wenig später einen haltbaren Organspendeausweis im Scheckkartenformat in der Hand. Das hochwertige Format ist bewusst gewählt: Eine Karte landet eher dauerhaft im Portemonnaie als ein gefaltetes Stück Papier.

Informieren, entscheiden, festhalten – in einem einzigen, niedrigschwelligen Moment. Genau diese drei Schritte so reibungslos wie möglich zu machen, war der Kern der Aufgabe. — Unser Gestaltungsansatz für das Terminal
Was das Terminal kann

Ein Gerät, mehrere Wege zur Entscheidung.

Die Oberfläche ist für die Touch-Bedienung optimiert und möglichst barrierearm gestaltet – große Schrift, gut erreichbare Schaltflächen, einfache Sprache und eine kontrastreiche Darstellung. Der Funktionsumfang geht dabei weit über das reine Drucken hinaus.

  • Geführte Eingabe

    Schritt für Schritt

    Alle für den Ausweis nötigen Angaben werden digital und geführt erfasst – ohne Fachbegriffe, ohne überflüssige Felder.

  • Entscheidungsassistent

    Klare Optionen

    Vollständige Zustimmung, Ablehnung oder die Freigabe nur bestimmter Organe – die Auswahl ist bewusst einfach und verständlich aufgebaut.

  • Vorschau & Sofortdruck

    Prüfen, dann drucken

    Vor dem Druck lässt sich die fertige Karte kontrollieren. Anschließend gibt der integrierte Kartendrucker den Ausweis direkt aus.

  • Information & FAQ

    Antworten vor Ort

    Ein Informationsbereich beantwortet typische Fragen rund um Organspende, Ausweis und Entscheidungsoptionen – direkt am Gerät.

  • Organspende-Register

    Brücke ins Register

    Basisinfos zum Organspende-Register sowie ein QR-Code, der direkt zur offiziellen Registerseite führt.

  • Externe Eingabe

    QR-Code für Events

    Per Link oder QR-Code lässt sich eine externe Eingabeseite nutzen – für späteren Postversand oder den Sofortdruck bei Veranstaltungen.

  • Lokale Auswertung

    Anonyme Statistik

    Ein lokaler Auswertungsbereich zeigt anonyme Kennzahlen: gedruckte Ausweise, Abbruchquote, Nutzung der Infobereiche, Altersdurchschnitt – ohne Datenübertragung ins Internet.

Technische Umsetzung

Bewährte Hardware, schlanke Software, ein wartbares Ganzes.

Die Lösung ist als zusammenhängendes System aus Terminal-App, externer Eingabeseite und Verwaltung konzipiert – robust genug für den Dauerbetrieb, einfach genug für die Pflege durch Betreiber ohne IT-Hintergrund.

Als Basis dienen Microsoft-Surface-Pro-7-Tablets mit einer minimalen, auf den Terminalbetrieb reduzierten Linux-Installation. Die Anwendung wird als AppImage ausgeliefert, basiert technisch auf Electron und ist mit Vue.js umgesetzt; im Hintergrund übernehmen Node.js-Logiken die lokalen Funktionen und die Anbindung der Hardware. Die zugehörige Webanwendung für externe Eingabe und Terminal-Verwaltung setzen wir mit PHP und Vue.js um. Diese Architektur ist unser Tagesgeschäft in der Softwareentwicklung und der Systemintegration.

  • Offline-First

    Läuft auch ohne Netz

    Die Grundfunktionen arbeiten ohne dauerhafte Internetverbindung. Eine Online-Verbindung wird vor allem für Updates und administrative Anpassungen gebraucht.

  • Verwaltung

    Jedes Gerät hat eine ID

    Über die Online-Verwaltung – nicht für Ausweisdaten, sondern für Konfiguration – lassen sich Kartendesigns, Logos und statische Texte hinterlegen und anpassen.

  • Wartung

    Updates per Klick

    WLAN-Einrichtung und Updates lassen sich direkt am Terminal anstoßen – ohne tiefere technische Kenntnisse aufseiten der Betreiber.

  • Kartendrucker

    Sauber aufs Material

    Die Druckdaten werden im korrekten Format aufbereitet und an den angebundenen Kartendrucker übergeben – zuverlässig und ohne sichtbare Komplexität für Nutzende.

Datenschutz by Design

Sensible Daten – und trotzdem entspannt.

Beim Erstellen eines Ausweises werden personenbezogene und damit besonders schützenswerte Angaben verarbeitet. Deshalb war Datenschutz keine nachträgliche Ergänzung, sondern Teil des Entwurfs. Daten werden ausschließlich für ihren Zweck verwendet und nicht unnötig gespeichert – ein Grundsatz, den wir auch in der IT-Beratung in jedes Projekt tragen.

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Verschlüsselte QR-Übergabe

Für den Sofortdruck erzeugt die Webseite einen QR-Code mit Public-/Private-Key-Verfahren. Nur das berechtigte Terminal kann ihn entschlüsseln – geht der Code verloren, bleiben die Daten geschützt.

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Verarbeiten, drucken, löschen

Die eingegebenen Daten werden nur temporär für den Druck verarbeitet und danach wieder gelöscht. Eine dauerhafte Speicherung am Terminal ist nicht vorgesehen.

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Nur anonyme Kennzahlen

Für Auswertungen werden ausschließlich anonyme Statistikdaten erfasst – etwa Druckanzahl oder Abbrüche – ohne Übertragung personenbezogener Daten ins Internet.

Aus der Praxis

Vom Prototyp zu festen Standorten in NRW.

Was als Prototyp begann, steht heute an gut frequentierten, öffentlichen Orten in Nordrhein-Westfalen. Die kompakten Geräte ermöglichen es Besucherinnen und Besuchern, sich umfassend zu informieren, die eigene Haltung zu reflektieren und den Ausweis direkt vor Ort zu drucken. Das Projekt wird vom Netzwerk Organspende NRW e.V. getragen und mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW umgesetzt.

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Kliniken & Krankenhäuser

Uniklinik Köln und das Sankt Marien-Hospital Gelsenkirchen-Buer – dort, wo Gesundheit ohnehin im Mittelpunkt steht.

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Universität

In der Universitätsbibliothek der Ruhr-Universität Bochum erreicht das Terminal ein junges, aufgeschlossenes Publikum.

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Öffentliche Orte

Im Rhein-Center Köln und – in Vorbereitung – im Alten Rathaus Herne-Wanne, mitten im Alltag vieler Menschen.

📍 Netzwerk Organspende NRW e.V.
Wenn die Gelegenheit da ist, nutzen Menschen sie. netzwerk-organspende-nrw.de
Einblicke in die Umsetzung

So sieht die Bedienung aus.

Screenshots aus der laufenden Terminal-Anwendung – vom Startbildschirm über den Entscheidungsassistenten bis zur Druckvorschau.

Herausforderungen

Wo die eigentliche Arbeit steckte.

Eine einfache Oberfläche zu bauen ist anspruchsvoll, gerade weil im Hintergrund mehrere technische Schritte zusammenspielen müssen. Drei Punkte waren dabei besonders fordernd.

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Kartendrucker-Anbindung

Die Druckdaten mussten zuverlässig im korrekten Format übergeben und sauber auf die Karte gebracht werden – bei voller Einfachheit für die Nutzenden.

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Sicherer QR-Datenaustausch

Bei extern eingegebenen Daten für den Sofortdruck musste sichergestellt sein, dass personenbezogene Angaben während der Übergabe nicht auslesbar sind.

Wartungsarme Verwaltung

Betreiber sollten Updates und Anpassungen ohne externe Hilfe durchführen können – das verlagert Komplexität von der Bedienung in eine durchdachte Architektur.

Ausblick

Wohin sich das Terminal entwickeln kann.

Die Lösung ist bewusst so gebaut, dass sie mitwachsen kann. Mehrere Ausbaustufen sind denkbar – jede zielt darauf, den Prozess noch einfacher, zugänglicher und robuster zu machen.

  • Register

    Direkte Register-Integration

    Eine Eintragung direkt am Terminal – technisch deutlich anspruchsvoller, da eine sichere Identifikation etwa über die AusweisApp nötig wäre.

  • Sprache

    Mehrsprachigkeit

    Oberfläche und Informationen in mehreren Sprachen, damit auch Menschen erreicht werden, die sich auf Deutsch unsicher fühlen.

  • Barrierefreiheit

    Für mehr Menschen nutzbar

    Sprachsteuerung, Screenreader-Unterstützung, Vorlesefunktion, einfache Sprache, Gebärdensprach-Videos – bis hin zur Anbindung von Braillezeilen.

  • Komfort

    Daten automatisch einlesen

    Weniger manuelle Eingaben durch das Auslesen von Ausweisdokumenten oder NFC-/RFID-Lesegeräten – sofern technisch und datenschutzrechtlich sinnvoll.

  • Betrieb

    Besserer Druckerstatus

    Genauere Erkennung von Druckerfehlern, Materialständen und Fehldrucken – idealerweise in enger Abstimmung mit den Herstellern.

Häufige Fragen

Organspendeausweis & Register – kurz erklärt.

Ist ein am Terminal gedruckter Organspendeausweis gültig?

Ja. Der Organspendeausweis ist eine freiwillige, formfreie Dokumentation der eigenen Entscheidung. Ob auf Papier, als Checkkarte oder als Eintrag im Register – entscheidend ist, dass eine Entscheidung dokumentiert und auffindbar ist.

Brauche ich zusätzlich einen Eintrag im Organspende-Register?

Beides ist möglich und gleichwertig. Das Register ist seit dem 18. März 2024 online und zentral abrufbar, der Ausweis liegt physisch bei der Person. Das Terminal informiert über das Register und verweist per QR-Code direkt darauf.

Werden meine Daten am Terminal gespeichert?

Nein. Die Angaben werden nur temporär für den Druck verarbeitet und danach gelöscht. Eine dauerhafte Speicherung personenbezogener Daten ist nicht vorgesehen; für Auswertungen werden ausschließlich anonyme Kennzahlen erfasst.

Ab welchem Alter kann ich eine Entscheidung festhalten?

Eine Zustimmung zur Organspende kann ab 16 Jahren erklärt werden, ein Widerspruch bereits ab 14 Jahren. Das Terminal richtet sich an alle, die ihre Entscheidung niedrigschwellig festhalten möchten.

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Vom Tablet-Terminal über die verschlüsselte QR-Übergabe bis zur wartungsarmen Verwaltung: Wir entwickeln Lösungen, die im echten Alltag funktionieren – auch dort, wo Technik unsichtbar bleiben soll. Wenn Sie ein ähnliches Vorhaben planen, finden Sie in uns einen verlässlichen Partner. Mehr dazu in unserer Softwareentwicklung oder direkt über den Kontakt.

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